Anwaltsgebühren und Gerichtskosten von der Steuer absetzen?

Rechtsanwaltsgebühren und Gerichtskosten sind künftig häufig von der Steuer absetzbar, ggf. können Sie sogar rückwirkend Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen.

Wie der Bundesfinanzhof nun entschieden hat (Az: VI R 42/10)kann die anfallenden Kosten, die bei einem Streit vor einem Zivilgericht anfallen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.

Dabei kommt es auf den Prozessinhalt nicht mehr an! Im Zweifel muss aber dem Finanzamt gegenüber nachgewiesen werden, dass die Chancen, den Prozess zu gewinnen genau so hoch waren wie ihn zu verlieren. Auch muss die Selbstbeteiligung für außergewöhnliche Belastungen überschritten sein.

Achtung Änderung:

Das Bundesministerium für Finanzen hat mit Schreiben vom 20.12.2011 die Finanzämter angewiesen, das Urteil des BFH vom 12.5.2011 nicht auf andere Fälle zu übertragen, es gilt also nur für den einen entschiedenen Fall!

Prozesskosten können daher auch vorläufig idR. wohl nicht (grds.) als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.


Eingestellt am 27.07.2011 von Rechtsanwalt Wolfgang Behlau
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